Schmücket die Locken mit duftigen Kränzen

das neue Buch von Oliver Woog, erschienen im Frühjahr 2020

ISBN 978-3-00-065162-5, EUR 15,-

Schubert-Buch_Woog

Franz Schubert und sein Freundeskreis in den Schlössern Atzenbrugg und Aumühle

Die vorliegende Abhandlung behandelt die Schubert-Stätten Schloss Atzenbrugg, Schloss Aumühle und die zur Gemeinde Atzenbrugg gehörende Ortschaft Heiligeneich. Es handelt sich dabei um den Teilbereich einer großangelegten Studie über sämtliche Schubert-Stätten in Österreich und der Slowakei, an der ich seit vielen Jahren arbeite.

Intentionen sind das Bemühen um Erhaltung und Würdigung von bestehenden Bauwerken, Orten – dem „genius loci“ schlechthin – und ein möglichst genaues Aufschlüsseln und Trennen von belegtem Wissen, unbelegten Überlieferungen und Unwahrheiten.

Die Beschäftigung mit einer Schubert-Stätte bedeutet zwangsläufig eine Auseinandersetzung mit den Ereignissen, die dort stattfanden und deren Protagonisten. Beim Beleuchten der „Orte eines Lebens“ entsteht eine Lebensbeschreibung, aufgegliedert durch viele kleine Biographien und deren Verknüpfungen. Neben der Behandlung und Beschreibung der Schlösser und der Schilderung der damaligen Festivitäten, wurde der Fokus auf bisher Unbekanntes und Ungeklärtes gerichtet.

Biographische Schubert-Forschung und Werkinterpretation sind seit ca. 150 Jahren vielfach außergewöhnlich emotional unterlagert. Einerseits Probleme durch Vereinnahmung potenzierend, entstand andererseits ein unvergleichlicher Schmelztiegel an Hingabe, Ehrerbietung und Zuneigung zu einem singulären Künstler und seinem Werk. Gleichfalls bei der Beschäftigung mit Schubert-Stätten stößt man unwillkürlich auf die traditionell leidenschaftliche Würdigung und Repertoirepflege durch Vereine und Orte, aber auch auf ernüchternd pekuniär orientierte Betrachtungsweisen hinsichtlich Denkmalerhaltung und angemessener Konzert- und „Festival“-Praxis. Glücklicherweise sind die historischen Stätten im niederösterreichischen Tullnerfeld gerettet: Nach „bescheidenen“ Jahrzehnten wuchs Schloss Atzenbrugg mit seinem liebevoll eingerichteten Museum und erstklassigen Konzertveranstaltungen wie Phoenix aus der Asche, und in jüngster Zeit erblühte Schloss Aumühle zu alter Pracht.

Der Weg aus dem Zwiespalt zwischen Gerücht und Fakt, den der Schubert-Forscher Otto Erich Deutsch Anfang des 20. Jahrhunderts durch seine Methode der Dokumentar-Biographie fand, war bahnbrechend. Basierend auf Deutsch veröffentlichte Rudolf Klein 1972 seine „Schubertstätten“. Ungefähr zum Schubert-Jubiläumsjahr 1997 wartete eine neue Generation von Forschern mit sehr bemerkenswerten Ergebnissen auf. Stellvertretend auch für viele andere seien hier genannt Walburga Litschauer, Rita Steblin, Michael Lorenz und Gerrit Waidelich. Ihnen allen bin ich zum Dank verpflichtet, denn ohne ihre Vorarbeit und Hilfe wäre ich nicht zu meinen Ergebnissen gekommen.

Oliver Woog, Frühjahr 2020

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